Sekundärliteratur

Die vollständige Liste entnehme man dem Werkverzeichnis.



EINE GERMANISTISCHE BEWERTUNG:

"Nicht alles ist sagbar" von Petra Urban, entnommen dem Band Literarische Porträts, Hg. Peter K. Kirchhof, Düsseldorf 1991

"Die Vita des katholischen Priesters und Autors Michael Zielonka liest sich abenteuerlich. Seine Schriften auch. Die Essenz seiner Philosophie-, Theologie- und Romanistikstudien hat sich in ihnen niedergeschlagen. Zu der vielfältig literarischen Tätigkeit des Wort-künstlers zählen Lyrik, Kurzprosa, Anekdoten, Glossen, Essays, Übersetzungen und religiös-moderne Texte.

Mit augenscheinlicher Lust und viel Einfallsreichtum jongliert Michael Zielonka mit Wörtern. Dabei wechselt seine Sprache zwischen Angespanntheit und Gelöstheit ab. Den rationalen Obertönen gesellen sich immer wieder poetische Untertöne an die Seite. Letztere vor allem wirken beim Leser als Stimulans ästhetischer Einbildungskraft. In seiner Lyrik sind die stakkatohaften Satz- und Wortfolgen des Autors von einem schier unstillbaren Hunger nach Leben und Lebendigkeit durchdrungen.

Die Suche nach ungebrochener Vitalität scheint den Schreibenden zeitweise atemlos zu machen. Vor allem, wo es um emotional Wesentliches geht - um Liebe und Zorn, Glück und Verletzung zum Beispiel -, zeichnet sich sein Sprachduktus durch radikale Knappheit aus. Sparsam wählt er aus. Ab und zu gesellt sich Umgangssprachliches hinzu. Ein Moment offensichtlicher Provokation.

Dagegen sickert die Bedeutung vieler seiner Wortspielereien erst beim wiederholten Lesen ins Bewußtsein. Über Schöpfungen wie 'unverbindlich begeistert', 'unentbehrlich überflüssig' und 'unerbittlich glücklich' lohnt das Nachdenken. Auch und gerade bei der Verwendung sprachlicher Clownerien gilt sein Interesse den vielfach gebrochenen Gefühlen. So auch in seinen 'lyrischen Texten zur Zeitkritik', deren Titel lautet: 'Bahrt mich mit Brille auf'. Hier geht es um die Lust, aber auch um den Frust des Daseins. Für letzteres zeichnet Zielonka ungewöhnliche Sprachbilder. Da sind Menschen auf 'sonntägliche Weise gemütskrank', auf 'zerstreute Weise zärtlich'; sie 'frieren in den Augen' und 'lutschen Worte wie seelische Bonbons'. Die Gedichte sind nicht unbedingt gefällig. Viel zu oft lassen sie den Blick auf Ungereimtheiten ruhen. Auf Wahrnehmungsproblemen zum Beispiel. Zielonka interessiert der Anblick des mitmenschlichen Du genauso wie das visuelle Erleben von Landschaften oder Bildern. Die verloren gegangene 'Kunst des Sehens' neu zu erlernen, heißt für ihn, den Umgang mit den Mitmenschen zu überprüfen. Seine Texte können dabei helfen."